Alexander Müller gewinnt deutsche und europäische Streckenflugwertung

Das Sommerwetter perfekt ausgenutzt - Wolfgang Clas knapp Dritter

Ferdinand Hauck

Alexander Müller von der Luftsportgemeinschaft Bayreuth hat die diesjährige Europa- und Deutschland-Wertung im Streckensegelflug gewonnen. Weltweit wurde er Vierter. Sein Teamkollege Wolfgang Clas hat nur knapp die Sensation eines Bayreuther Doppelsiegs verpasst. Das ist der Schlusspunkt einer der sportlich herausragendsten Saisons in der Geschichte der Luftsportgemeinschaft: Bereits Ende August hat die elfköpfige Mannschaft die Segelflug-Bundesliga und die World League gewonnen. Damit hat sich der Ruf des Bayreuther Flugplatzes als eines der Segelflug-Mekkas des Kontinents bestätigt.


Die Streckenflugwertung lief rund einen Monat länger als die Bundesliga-Wertung, so dass das Ergebnis zwar bereits seit Anfang August absehbar war, aber erst jetzt fixiert wurde. Gewertet werden hier die besten sechs Flüge eines Piloten.

Müller hat für diese Leistung das trockene Sommerwetter perfekt ausgenutzt. An den längsten Tagen des Jahres war er manchmal mehrere Tage hintereinander über 12 Stunden in der Luft.


Der Höhepunkt unter Müllers Streckenflügen war dabei sein neuer Flugplatzrekord mit einer Wertung von 1.297 km am 20. Juli (der Kurier berichtete). Dieser Flug ging auch in seine weltweite Wertung ein, während er die anderen fünf Flüge für die globale Wertung bereits im letzten Winter in Namibia erflogen hat.

Sieger der weltweiten Wertung wurde der US-Amerikaner Dennis Tito, der 2001 durch seinen Mitflug in einer Sojus-Kapsel als erster "Weltraum-Tourist" bekannt wurde.

Da der Großteil der Spitzenpiloten die Wertungen auf der Südhalbkugel erflogen hat (u.a. Namibia, Argentinien, Australien, Südafrika) ist Müllers Bayreuther Rekord-Flug in der weltweiten Wertung überaus bemerkenswert: Unter den sechzig Flügen der Top-10-Piloten ist es der einzige auf der Nordhalbkugel gestartete Flug, unter den 240 Flügen der Top 40-Piloten einer von zehn.


Diese Statistik hat einen weiteren Bayreuther Einfluss: Auf dem 40. Platz weltweit ist Wolfgang Clas gelandet, so dass drei weitere dieser zehn Spitzen-Flüge am Bindlacher Berg gestartet sind. Europa- und deutschlandweit steht Wolfgang Clas sogar auf Rang drei und hat die Sensation eines Bayreuther Doppelsiegs nur knapp verpasst: Bei 6.258 Punkten fehlten ihm gerade einmal 46 Punkte auf den Zweitplatzierten Moritz Althaus von Bundesliga-Konkurrent AC Nastätten aus Rheinland-Pfalz.

Für den Bayreuther Flugplatz sticht die Saison-Wertung ebenfalls heraus: Mit 162.641,33 km reichen alle in dieser Saison ab Bayreuth gewerteten Segelflüge für mehr als vier Weltumrundungen. Weltweit war Bayreuth damit der 12.-beste Flugplatz, europaweit der elftbeste, deutschlandweit der fünftbeste und der beste in Bayern. Daran hat auch der in den Pfingstferien ausgetragene Internationale Bayreuth-Wettbewerb seinen Anteil.


Entsprechend ist die Bilanz der LSG Bayreuth auf Vereinsebene etwas niedriger: In der rein quantitativen Wertung der Streckenflugkilometer reicht es deutschland- und bayernweit zu Platz 4, europaweit nur zu Rang 28 und weltweit zu Platz 24. Dass die LSG in der weltweiten Wertung besser dasteht, als in der Europa-Wertung hängt an der Wertung nach Startflugplatz: Hat die LSG relativ wenige Langstrecken-Flüge im europäischen Ausland, sind gleich vier Piloten im Winter in Namibia gewesen, so dass die LSG auch 10. der namibischen Wertung (von 193) und 18. der afrikanischen Wertung (von 286) wurde. Immerhin langt es für die LSG Bayreuth in der französischen Wertung noch zum 137. Platz von 488 und in der österreichischen zum 41. von 208.

Eine förmliche Siegerehrung gibt es nur für die deutsche Wertung und den Bundesliga-Sieg: Beim Saisonfinale des Wertungsportals www.onlinecontest.org am 6. Oktober in Poppenhausen/Rhön wird Alexander Müller für seinen Einzeltitel geehrt. Kurz darauf erhält er zusammen mit dem Team der LSG die Bundesliga-Meisterschale.