Freitag: Flugplatz Bayreuth dominiert Streckenflugwertung

Ferdinand Hauck

Gleich im Anschluss an die Spitzenleistungen vom Donnerstag konnten die Segelflieger am Bindlacher Berg schon am Freitag den nächsten Coup feiern: Von 602 weltweit gemeldeten Streckenflügen hatten die besten fünf und der Flug auf Rang acht den Bayreuther Flugplatz als Startplatz.

Alexander Müller hat dabei seine Leistung vom Donnerstag nochmals übertroffen: Mit 1.226,49 km ist er fast hundert Kilometer weiter als am Donnerstag geflogen. „Donnerstag habe ich mindestens fünfzig Kilometer verschenkt. Das wollte ich nicht auf mir sitzen lassen.“ kommentiert er seine Leistung. Innerhalb von 48 Stunden war er sage und schreibe 25 Stunden und 31 Minuten in der Luft.

Nach einem für seine Verhältnisse sehr späten Start um kurz vor halb zehn, flog er das gesamte Erzgebirge hinauf bis ins tschechische Děčín, von dort hinüber zum Thüringer Wald, um anschließend in einer Linie über Frankenwald, Fichtelgebirge und Oberpfälzer Wald bis an das Ende des Bayerwald-Kammes bei Bad Leonfelden in Österreich vorzustoßen. Zurück in Bayreuth war seine Zeit immer noch nicht vorbei, so dass er noch einen „kleinen Schlenker“ über Coburg und Schwandorf dran gehängt hat. Um 21 Uhr 22 war er zurück am Bindlacher Berg. Für ihn war es der vierte 1.200-km-Flug ab Bayreuth, für den Tag war es der längste Streckensegelflug der Welt.

Müllers erster Bayreuther 1.200-km-Flug vom 3.7.2010, auch mit Wende in Bad Leonfelden, gilt inzwischen als Auftakt einer neuen Jagd nach Langstreckenrekorden. Damals war es der längste Streckensegelflug in Deutschland seit Jahrzehnten. Bereits 2013 konnte der Königsdorfer Matthias Schunk bei einem Flug durch die gesamten Alpen die Bestmarke auf 1.750 km hochtreiben.

Am Freitag waren Müllers 1.226 km die unumstritten längste Streckenflugleistung des Tages weltweit. Dokuemtniert wird dies im Streckenflugportal onlinecontest.org, das auch die Wertung der Bundesliga vornimmt. Ein besonderer Tag für den Bayreuther Flugplatz wurde es aber auch durch die Leistungen seiner Kameraden von der Luftsportgemeinschaft Bayreuth: Wolfgang Clas konnte ebenfalls die 1.000-km-Marke knacken. Johannes Baier und Friedhelm Lotte schafften über 900 km. Für Lotte war es ebenfalls ein persönlicher Rekord. Ebenso wie Baier fliegt er mit einem Flugzeug der 18-Meter-Klasse, also einem weniger leistungsstarken Flugzeug gegenüber den Offene-Klasse-Rennern von Müller und Clas. Daher ist die Leistung der beiden durchaus ähnlich hoch einzuschätzen, wie die 1.000 Kilometer von Clas, was sich auch in einer ähnlichen Punktzahl niederschlug. Die Top 5 wurden schließlich komplettiert von Lothar Schmidt mit 875 km.




In den TOP 10 des Tages folgen ein Flug aus dem brandenburgischen Reinsdorf, ein Flug eines Mannheimer Piloten mit Startplatz Ely in Nevada, bevor auf Platz 8 wieder ein Bayreuther Flug des Gastpiloten Ernst Mick vom FC Kirchdorf/Inn mit 770 km folgt. Nach einem weiteren Flug aus Ely folgt sogar noch ein oberfränkischer Nachbar auf Platz 10: Vater und Sohn Joost vom LSV Kulmbach haben mit ihren 705 km die Präsentation Oberfrankens als Spitzen-Segelflugregion abgerundet.