Uwe Förster gewinnt Lilienthal-Glide

Ferdinand Hauck

Uwe Förster und sein Co-Pilot Reinhard Mück konnten sich beim diesjährigen Lilienthal-Glide in Lüsse bei Berlin den Sieg in der Offenen Klasse sichern. Nach einem Tagessieg am dritten Tag war das Duo nicht mehr von der Spitze zu verdrängen. Alexander Müller wurde Achter.

Die beiden LSG-Piloten wollten nach dem diesjährigen Bayreuth-Wettbewerb auch die zweite Qualifikationsmeisterschaft der Offenen Klasse in Lüsse mitfliegen. Lüsse ist neben Köln, Paderborn, Bayreuth und Freudenstadt einer der fünf deutschen Segelflugplätze, die schon einmal eine Weltmeisterschaft (2008) ausrichten durften. Lüsse ist auch der Heimatflugplatz des Fliegerclubs Charlottenburg-Berlin, eines Bundesliga-Konkurrenten der LSG Bayreuth.

Alexander Müller ließ sich daher auch die Chance nicht entgehen, schon am Trainingstag der Konkurrenz sein Langstreckenkönnen vorzuführen und flog am 30. Juni mit 1.202 km die größte jemals von Lüsse aus geflogene Strecke.

Nach Beginn des Wettbewerbs zog jedoch das andere Team vom Bindlacher Berg mehr Aufmerksamkeit auf sich: Mit zwei Tagesplätzen an den beiden ersten Wertungstagen und ihrem einzigen Tagessieg am dritten Wertungstag konnten Uwe Förster und Reinhard Mück die Spitze der Gesamtwertung erklimmen. Mit einem Tagesvierten, einem siebenten, einem weiteren zweiten und einem achten Tagesplatz (von 26) konnte das Duo anschließend etwas das Gas raus nehmen, blieb aber unangefochten an der Spitze.

Das hatte auch damit zu tun, dass es für den Tagessieger der ersten beiden Tage Klaus Kalmbach (FSV Tübingen) ab Tag 3 nicht mehr ganz so rund lief. Kalmbach konnte am fünften Tag zwar noch einen weiteren Tagessieg erringen, musste am sechsten Tag aber bereits nach 100 km seinen Flug abbrechen und hat allein damit 600 Punkte auf Förster eingebüßt.

Am sechsten Tag ließ auch das Wetter spürbar nach: Waren an den ersten fünf Tagen Rennaufgaben zwischen 570 und 380 km rund um Berlin bis in die Lüneburger Heide und in die Lausitz zu fliegen, gab es am sechsten und siebten Tag deutlich kleinere variable Aufgaben.

Das wurde auch Alexander Müller zum Verhängnis: War er an den ersten sechs Tagen auch jeweils in den Top Ten unterwegs, wurde er am letzten Tag nur 22. und rutschte damit in der Gesamtwertung noch von Rang vier auf acht ab. Müller konnte es ein Stück weit egal sein, er ist seit dem Bayreuth-Wettbewerb für die DM 2019 qualifiziert. Anders Förster: Da der Deutsche Aero-Club jedem Piloten nur eine Qualifikationschance gibt, musste er sich zwischen den Wettbewerben in Bayreuth und Lüsse entscheiden. Angesichts der geringfügig leichter eingeschätzten Konkurrenzsituation hat er sich für Lüsse entschieden, ist mit seinem Sieg aber natürlich nun auch wieder für die nächste DM qualifiziert.

Diese wird im kommenden Jahr in Stendal stattfinden und wie die Bayreuther Bavaria Glide von 1998 den inoffiziellen Titel "Vor-WM" tragen, da Stendal 2020 Ausrichter der Weltmeisterschaften sein wird. Förster und Müller werden sich daher neben ihren deutschen Mit-Qualifizierten auch gegen ein hochkarätiges Feld an internationalen Gästen messen dürfen.