Bundesliga-Rundenbericht 04/2019

LSG verliert Tabellenführung

Ferdinand Hauck

Die Tabellenführung der Bayreuther Segelflieger währte nur eine Woche. Die Flüge vom Sonntag waren schlicht zu langsam für eine gute Punktzahl in Runde vier der Segelflug-Bundesliga.


Während am Samstag wegen des bedeckten Wetters und der vielen Regenschauer keine Wertungsflüge ab Bayreuth möglich waren, mussten die Piloten der LSG auf besseres Wetter am Sonntag vertrauen. Erst gegen Mittag hielten die Segelflieger das Wetter für ausreichend, um endlich zu starten.


Als erstes gingen Alexander Müller und Wolfgang Clas mit ihren großen Offene-Klasse-Flugzeugen an den Start und schlugen einen Kurs gegen den starken Wind Richtung Norden ein. Vor allem Müller kam dabei relativ schnell vorwärts, während Wolfgang Clas sich noch im Bereich des Frankenwaldes zur Umkehr nach Süden entschied. Müller wendete dagegen erst bei Greiz und flog an Bayreuth vorbei bis Pegnitz. Da dort der Anflugsektor des Flughafens Nürnberg den Weiterflug behindert, ging es für Müller wieder gegen den Wind, ins östliche Fichtelgebirge bis Selb und wieder mit dem Wind nach Pegnitz, Der Versuch, die Strecke um den Anflugsektor herum nach Süden zu verlängern, wurde letztlich vom Wertungssystem nicht mehr belohnt, da seine besten 2,5 Stunden in Pegnitz zu Ende gingen. Für Müller stand somit am Ende eine Wertung von 100,39 km/h im Wertungsportal.

Clas probierte es letztlich Richtung Fränkischer Schweiz und wendete über seinem früheren Flugplatz Burg Feuerstein bei Ebermannstadt, von dort aus ging es auch für ihn ins Fichtelgebirge. Da das bessere Wetter von Norden kam, blieb er letztlich mit 82,99 km/h deutlich hinter Müller zurück.


Die anderen Bayreuther Piloten probierten zunächst andere Richtungen aus. Johannes Baier flog zielstrebig nach Südwesten, bis kurz vor Heilbronn, und wieder zurück zum Bindlacher Berg. Mit 88,67 km/h war er damit der zweitschnellste Bayreuther. Sein Bruder Georg flog zunächst entgegen gesetzt nach Nordosten, um sein Flugzeug anschließend bis westlich Bamberg und wieder ans Fichtelgebirge zu steuern.


Die dritte Bayreuther Wertung kam aber letztlich vom Doppelsitzer-Team aus Bernd Löser und Andreas Baier, die mehrfach zwischen Frankenwald bzw. Thüringer Wald im Norden und dem Nürnberger Anflugsektor hin und her flogen und sich somit den Rückenwind und die Reihung der Aufwind zeigenden Wolken zu Nutze machen konnten. Mit ihrem Flugweg, der einem auf dem Kopf stehenden "W" ähnelte, kamen sie letztlich auf 87,34 km/h. "Wir hätten aber besser noch eine Stunde mit dem Start gewartet." meinte Bernd Löser im Nachhinein mit Blick auf die von Norden herein ziehenden Wetterbesserungen.


Die LSG kam damit auf eine Mannschaftsleistung von 276,40 km/h aus den Flügen von Müller, Johannes Baier und dem Doppelsitzer-Team Bernd Löser / Andreas Baier.

Im Liga-Vergleich waren insgesamt siebzehn Vereine schneller. Den Rundensieg konnte sich der FK Brandenburg mit 385,8 km/h sichern, auch die anderen Vereine an der Spitze der Rundenwertung sind im Norden beheimatet. Mit Braunschweig, Gifhorn, Burgdorf, Rinteln und Celle sind allein fünf niedersächsische Vereine unter den besten sieben. Ein Pilot der SFG Stadtlohn (Rundendritter) berichtete im Wertungsportal onlinecontest.org von einem ungewöhnlichen Flug von seinem westmünsterländischen Startplatz nach Ostfriesland, wo er sich letztlich sogar zu einem Flug über die Nordsee und einer Wende über der Insel Langeoog entschieden hat, um dort mit Rückenwind eine schnelle Bundesliga-Wertung heimwärts zu beginnen - durch eine Region, die sonst im Streckensegelflug kaum wahrgenommen wird.


In der Tabelle ist damit der alte Zweikampf zwischen Bayreuth und Aalen vorerst ausgesetzt. Die Aalener waren zwar mit 301 km/h etwas besser als die Oberfranken, wurden damit aber auch nur Vierzehnter der Runde. An die Spitze der Tabelle setzt sich der LSV Gifhorn mit 59 Punkten. Aalen folgt mit drei Punkten Abstand. Die LSG Bayreuth fällt von Rang eins auf vier mit 52 Punkten. Dazwischen findet sich Rekordsieger Burgdorf mit 55 Punkten wieder. Noch liegen die ersten acht der Tabelle aber unter 20 Punkte auseinander, so dass nächste Woche die Spitze wieder neu sortiert dastehen kann.

In der Weltliga stehen die sieben norddeutschen Vereine ebenfalls an der Spitze der Rundenwertung, unterbrochen vom Minden Soaring Club aus Nevada, USA auf Rundenplatz zwei und dem belgischen Aeroclub des Ardennes auf acht. Bayreuth bekommt als 51. nur einen Punkt für die Teilnahme an dieser Runde. Damit geht es in der Tabelle von Rang zwei auf Rang sieben. Tabellenführer bleibt Moriarty Soaring aus New Mexico, USA, gefolgt von Minden, Nevada, USA, sowie Burgdorf und Rinteln. Die beiden amerikanischen Clubs setzen sich damit bereits ein Stückchen von den Europäern ab, obwohl die traditionell guten Zeiten in den Rocky Mountains erst noch bevorstehen.