Bundesliga-Rundenbericht 05/2019

Segelflieger landen wieder auf dem dritten Tabellenplatz

Ferdinand Hauck

Ein schnelles Rennen bescherte das Wetter den Segelfliegern am Samstag. Mit drei Wertungen über 115 km/h konnten sich die LSG-Piloten um einen Tabellenplatz vorarbeiten. Verdrängt haben die Bayreuther damit ausgerechnet den schärfsten Konkurrenten des Vorjahres, den LSR Aalen.

Alexander Müller und Wolfgang Clas waren wie so oft die ersten am Start. Da es aber absehbar kein Tag für Langstreckenflüge war, konzentrierten sich beide auf die Bundesliga-Wertung. Somit ging es für sie nicht gegen neun, sondern erst um halb zwölf los. Die Wetterprognosen benannten eindeutig den Thürigner Wald als die beste Richtung für den Tag. Somit nahmen sie sehr zügig Kurs auf Eisenach.

Da die Thermik rund um Bayreuth erst später ihre volle Kraft entfalten sollte, mussten sie sich zunächst vorsichtig in Höhen von teilweise unter 1.000 Metern Richtung Nordwesten voran tasten. Erst bei Kronach wurden die Steigwerte besser, so dass sie ab dort ihre 2,5 Bundesliga-Stunden mit möglichst hoher Geschwindigkeit durchzogen. Überwiegend flogen sie direkt unter den Wolken entlang, um die darunter aufsteigende Luft im Geradeausflug mitnehmen zu können.

Da außerhalb des Gebirges kein schnellerer Flug absehbar war, ging es am Ende des Thüringer Waldes wieder zurück bis Sonneberg und noch einmal nach Nordwesten. Dieses Mal blieben die beiden aber aufgrund der bereits einsetzenden Schauer etwas südlich des eigentlichen Gebirgszuges. Vor allem Müller konnte hierbei noch ein paar km/h herausholen. 126,21 km/h standen am Ende für ihn in der Wertung, 120,26 für Clas.

Der zweite Teil der Mannschaft wartete am Bayreuther Flugplatz auf die Funkmeldungen der beiden Voraus-Flieger. Erst etwa eineinhalb Stunden später gingen vier weitere Bayreuther Flugzeuge an den Start. Auch Johannes Baier ging an seinem Arbeitsort Rudolstadt in die Luft.

Von Müller über Funk vor den Schauern gewarnt, blieb der zweite Bayreuther Trupp von vornherein südlich des Gebirgskamms auf der Sonnenseite. Hier haben sich auch nahezu alle Ligakonkurrenten der Umgebung getummelt. Mit vier bis fünf Metern pro Sekunde trug die Luft die Flieger an den besten Stellen nach oben. Entscheidend war nun für alle, die schnelle Linie zu finden und vor den einsetzenden Schauern diese Gebiete durchflogen zu haben. Wer zum Umfliegen des Regens die Ideallinie verlassen musste, hatte schnell wertvolle km/h verloren. Sebastian Baier hat das schmerzhaft erleben müssen, weil er auf dem Rückflug in Suhl in einen Schauer geflogen ist und sehr tief in Richtung Sonne abbiegen musste. Ihm blieb am Ende nur den Hilfsmotor zu starten und seine Wertung vorzeitig zu beenden.

Schnellster dieser zweiten Gruppe war am Ende Friedhelm Lotte mit 116,18 km/h. Martin Brühl und Bernd Löser hatten beim Start auf Wasserballast verzichtet und waren nun zu leicht für die ganz hohen Geschwindigkeiten.

362,66 km/h standen somit am Samstag Abend als Summe der besten drei in der Wertung der Bayreuther. Am Sonntag ließen die Wetteraussichten kaum Hoffnung, diese Werte übertreffen zu können. Somit gingen nur die Brüder Georg und Andreas Baier auf Strecke, doch auch sie konnten letztlich den Wert nicht mehr verbessern.

War es Samstag Abend noch ein dritter Rundenplatz, rutschte die Mannschaft durch die Sonntagsflüge der anderen Teams noch auf Rundenplatz sechs ab. Dafür gibt es fünfzehn Punkte auf das Konto der LSG.

An der Spitze der Rundenwertung liegt das Team der SFG Donauwörth-Monheim mit 379,29 km/h, gefolgt von Rekordmeister Burgdorf mit 369,84 km/h, dem FCC Berlin mit 366,91 km/h und Tabellenführer Gifhorn mit 364,67 km/h. Knapp an Bayreuth vorbei geschoben haben sich am Sonntag noch die Nachbarn vom AC Bamberg mit 363,85 km/h. Bayreuths direkter Tabellenkonkurrent, der LSR Aalen, landet mit 327,09 km/h nur auf Rundenplatz zwölf und fällt damit auch in der Tabelle hinter Bayreuth zurück. Das Führungsduell des letzten Jahres findet damit aktuell seine Fortsetzung im Verfolgerfeld.

Gifhorn kann die Tabellenführung mit nun 76 Punkten um einen Punkt ausbauen, der LSV Burgdorf ist aber in unmittelbarer Schlagdistanz. Bayreuth hält mit 67 Punkten den Anschluss, muss sich seinerseits aber gegen die nächsten Verfolger Aalen (65), Braunschweig (62) und Rinteln (60) absichern.

Rinteln hat sich in der World League gar vor Bayreuth geschoben, so dass die LSG international nur vierter ist. Der Sprung vom siebten auf den vierten Platz zeigt aber, dass die Spitze der World League bislang noch recht dicht beisammen liegt. Der bisherige Tabellenführer Moriarty Soaring (New Mexico, USA) musste seinen Titelambitionen einen empfindlichen Dämpfer verpassen und fällt auf Rang sechs zurück. Der Minden Soaring Club aus Nevada, USA rutscht gar von Rang zwei auf neun ab. An der Spitze der World League steht aktuell Burgdorf mit 131 Punkten, gefolgt von Gifhorn und Rinteln mit je 113 Punkten und Bayreuth mit 112 Punkten.