Bundesliga-Rundenbericht 08/2019

LSG behält Bundes- und Weltligaführung

Ferdinand Hauck

Gleich mit 11 Piloten beteiligte sich die Luftsportgemeinschaft Bayreuth erfolgreich an der achten Bundesligarunde. Die alleinige Tabellenführung in World-League und Bundesliga, sowie erstmalig ein nennenswerter 14. Rundenplatz in der U25-Liga sind eine hervorragende Ausbeute.


Dies gelang auch durch den gleichzeitig stattfindenden internen Streckenfluglehrgang, den Fluglehrer Sebastian Baier für die Flugscheinneulinge organisierte. So konnte der 18-jährige Fabian Eichmeier während eines 250 Kilometer langen Überlandfluges 60,3 km/h als Ligawertung einbringen. Der 23-jährige Student Frederik Köhne steuerte 57 km/h bei. Weil Riikka Hertrich, die ihren ersten Wettbewerbsflug in Hockenheim absolvierte und leider bald außenlanden musste, die Mindestwertung nicht erreichte, konnte das Bayreuther U25-Team mit 117,3 km/h nur Platz 14 von 250 Juniorenteams in Deutschland erreichen.


Die Bayreuther Senioren legten alle nahezu zur gleichen Zeit los und folgten der besprochenen Taktik: Erst einmal mehrere Stunden gegen den starken Südwestwind anfliegen, um dann mit Rückenwindhilfe die Wertungszeit in Höchstgeschwindigkeit zu absolvieren.

Am Besten gelang dies Wolfgang Clas, der bis an den Neckar nahe Heilbronn vorstieß. Leider gestaltete sich der Rückweg schwieriger als gedacht, weil die Aufwinde nicht dies hielten, was die Vorhersage versprochen hatte. Nach seiner Rückkehr standen immerhin 96,8 km/h für Clas zu Buche. Auch Teamchef Heiko Hertrich, der diesmal mit Teammanagerin und -motivatorin Kerstin Baier unterwegs war, wollte weit in den Westen fliegen. Anfänglich folgte er Alexander Müller auf einem etwas mehr südwestlichen Kurs Richtung Heilbronn. Weil aber Müller schon in der Gegend von Kitzingen große Probleme hatte, wieder aus niedriger Höhe aufzusteigen und sogar seinen Hilfsmotor anlassen musste, brach Hertrich den Vorflug ab und nutzte eine Aufwindstraße zurück ins Fichtelgebirge.


Weil das Wolkenbild des Thüringer Waldes überraschend gut aussah, wendete Hertrich erneut, um über Kronach den Hauptkamm bei Suhl zu erreichen. Aber auch dort zwangen großflächige Sinkgebiete den Doppelsitzer nach unten, so dass Hertrich nichts anders übrigblieb als einen schwachen Aufwind sehr lange zu nutzen, um eine Außenlandung zu vermeiden. Solch langes Verweilen an einem Ort zerstört natürlich jede gute Durchschnittsgeschwindigkeit.


Ähnlich erging es Friedhelm Lotte, der ebenfalls mehrfach schwache Aufwinde akzeptieren musste und auch nicht über 80 km/h Durchschnitt über die 2,5-stündige Wertungszeit kam.

Besser erwischte es Johannes Baier. Ihm gelang mit 99,7 km/h ein sehr guter Ritt zwischen dem Odenwald und Bayreuth ohne große Tiefpunkte. Auch Bernd Löser erreichte mit einer völlig anderen Taktik eine gute Leistung von knapp über 90 km/h. Er setzte mehrere kurze Flugschenkel zwischen Bamberg und Marktredwitz aneinander.

Den Vogel schoss aber wieder einmal Alexander Müller ab. Obwohl er mit dem Anlassen des Motors außerhalb des 15 Kilometer großen Startkreises um Bayreuth die Bundesligawertung schon genullt hatte, konnte er nach dem Zurückfliegen in den Startkreis quasi einen zweiten Start in die GPS Aufzeichnungsbox registrieren und neu beginnen. Taktisch war es auch geschickt, dass er in eine völlig andere Gegen flog, als alle anderen. So gelang ihm zwischen Karlsbad in Tschechien und dem Fichtelgebirge spät am Tag doch noch ein guter Flug mit 100,5 km/h.


Die Gesamtleistung des Bayreuther Teams aus den Flügen von Müller, Baier und Clas ergibt 297 km/h, reicht für den sechsten Rundenplatz und 15 Punkte. Die Rundensieger aus Rinteln (361 km/h) nutzten wieder einmal den starken Hangaufwind zu sehr schnellen Flügen in niedrigster Höhe entlang des Wiehengebirges und des Ith im Weserbergland. Die Tabelle sieht auch Rinteln als ein Favorit auf den Titel an. Mit 103 Punkten liegen sie nur knapp hinter Aalen (108) und dem nun alleinigen Tabellenführer Bayreuth (111). Auch die internationale Wertung führt Bayreuth nach einem 10 Rundenplatz knapp an. Hier liegt die LSG mit 210 Punkten vor Rinteln (205) und Burgdorf (174). Rundensieger Moriarty Soaring aus New Mexico, USA zeigt mit 394,4 km/h das Aufwindpotential des Sommers in den Rocky Mountains auf. Mit 148 Tabellenpunkten liegen die Amerikaner zwar schon 62 Punkte hinter Bayreuth, aber die verbleibenden 11 Saisonrunden werden den US-Mannschaften noch genügend Gelegenheit zum Aufholen geben.