Bundesliga-Rundenbericht 09/2019

LSG Bayreuth baut Vorsprung leicht aus

Ferdinand Hauck

Mit verhältnismäßig geringen Geschwindigkeiten und kurzen Flugstrecken mussten sich die Segelflieger vom Bindlacher Berg am Wochenende begnügen. Trotzdem gelingt der Bundesligamannschaft der LSG Bayreuth erneut ein gutes Rundenergebnis - zumindest in der Bundesliga. Damit kann sie die Tabellenführung in der Bundesliga ausbauen. Deutlich gegenüber Bayreuth aufgeholt hat aber das beste amerikanische Team in der World League.


Die Meteorologen prognostizierten am Samstag hervorragende Thermikbedingungen für Oberfranken und trotzdem mussten sich die Piloten wieder einmal mit unkonstanten und schwachen Aufwinden begnügen. Schuld war der viel stärkere Südwestwind, der schneller als erwartet warme Luft aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland lenkte. Diese Warmluft bremst die aufsteigenden Luftmassen ab und macht Streckensegelflüge nicht einfach.


Besonders diejenigen LSG-Piloten, die nur mit Flugzeugen von 15 oder 18 Metern Spannweite unterwegs waren, taten sich schwer. Sebastian Baier kam mit einem Flug im Bereich der nördlichen Fränkischen Schweiz auf 57 km/h, Friedhelm Lotte mit einem etwas nördlicheren Flugweg auf 67,4 km/h, obwohl er mehrfach aus niedriger Höhe wieder aufsteigen musste.

Doch auch die einzige Fliegerkollegin mit anderen Startflugplätzen konnte das Ergebnis nicht wesentlich verbessern: Riika Hertrich fliegt in Hockenheim ihren ersten zentralen Wettbewerb und brachte von dort einen Flug mit 57,2 km/h in die Wertung der U25-Liga ein.


Unzufrieden waren zwar auch die Piloten mit den großen Spannweiten. Doch im Vergleich taten sie sich durch ihr besseres Gleitvermögen erheblich leichter, sich von Aufwind zu Aufwind zu hangeln. Obwohl die Leistung des jeweiligen Flugzeugtyps mit einem Index herausgerechnet wird, kam Wolfgang Clas mit seinem Flug bis nach Suhl und zurück auf eine Wertung von 81,7 km/h. Alexander Müller erreichte auf einer ähnlichen Strecke sogar 96,1 km/h.

Für eine dritte schnelle Wertung hätte es das große Flugzeug von Heiko Hertrich gebraucht. Der war jedoch erkrankt ausgefallen, so dass sich die Liga-Wertung der LSG letztlich aus der Summe von 245,2 km/h aus den Flügen von Müller, Clas und Lotte ergab.


Mit dieser Wertung standen die Bayreuther am Samstag Abend zu ihrem eigenen Erstaunen auf Rundenplatz zwei, denn die Warmluft sorgte in ganz Deutschland für gleichmäßig schwache Bedingungen. Da auch am Sonntag die meisten direkten Konkurrenten Probleme mit der Warmluftmasse hatten, konnten sich nur noch drei Vereine an der LSG vorbei schieben. So gelang den Bayreuthern am Ende ein guter fünfter Rundenplatz und damit weitere 16 Punkte für den Tabellenführer.


Rundensieger wurde mit 297,2 km/h die Segelfluggruppe Stadtlohn aus dem Münsterland, gefolgt vom Segelflugzentrum Königsdorf aus Oberbayern (267,0). Bayreuths direkte Verfolger mussten ein paar Punkte liegen lassen. Der Luftsportring Aalen wird mit 189,8 km/h nur Rundenzwölfter, verliert sieben Punkte auf Bayreuth und muss dem Luftsportverein Rinteln in der Tabelle mit einem Punkt Rückstand auf den zweiten Platz vorrücken lassen. Rinteln kann sich auf Rundenplatz sechs immerhin 15 Punkte gutschreiben und ist jetzt mit 118 Punkten nächster Verfolger des Titelverteidigers aus Bayreuth (127 Punkte).

International hat das überragende Wetter der Rocky Mountains den US-Mannschaften alle vorderen Rundenplätze beschert. Auch in Finnland, Italien, den Niederlanden und Frankreichwurde dieses Mal wesentlich schneller geflogen als in Deutschland. So muss auch Bayreuth mit einem 28. Rundenplatz vorlieb nehmen. Immerhin gibt es dafür auch noch 13 Punkte, die durch den bisherigen Vorsprung weiterhin zur Tabellenführung in der World-League reichen. Bayreuth hat 223 Punkte, Rinteln 214 und das beste US-Team Moriarty Soaring kommt mit 188 Punkten langsam in Schlagdistanz.