Bundesliga-Rundenbericht 10/2019

LSG ist Halbzeitmeister in Bundes- und Weltliga!

Ferdinand Hauck

Erneut kann die Luftsportgemeinschaft Bayreuth ein Topergebnis in der Segelflug-Bundesliga einfliegen und die Tabellenführung ausbauen. Mit Flügen zwischen Mainfranken und dem Fichtelgebirge konnten die LSG-Piloten die komplizierten Wetterbedingungen am Sonntag gut ausnutzen. 11 Punkte beträgt nun der Vorsprung auf die Dauerrivalen aus Aalen. Nach Runde zehn von 19 bedeutet das die Halbzeitmeisterschaft in der Segelflug-Bundesliga, ebenso wie in der World League.


Grundlage der guten Leistung war eine hohe Beteiligung der Piloten am zweiten Tag der Runde und eine gute Einschätzung der komplizierten Wetterlage. Immerhin mussten sie mit einem gewissen Gewitterrisiko starten. Erste Regenfälle südlich von Nürnberg sowie im Thüringer Wald gaben zusammen mit einem starken Ostwind die Flugrichtung für alle Gestarteten vor. Es blieb nichts anderes übrig, als mehrfach nach Westen bis Schweinfurt und zurück ins Fichtelgebirge zu fliegen. So überdecken sich die Flugspuren aller Flugzeuge im Auswertungsportal immer wieder.


Auch gegenseitige Funkhinweise über die besten Aufwinde erwiesen sich als sehr wertvoll. Alexander Müller startete gegen Mittag und vermeldete sogleich zu schwache Thermik, um auf Strecke gehen zu können. Mehrfach musste er zum Flugplatz Bayreuth zurückkehren. So konnten sich die anderen noch etwas Zeit lassen, bis sich die Wetterbedingungen verbesserten. Aber dann ging es gleich gut los. Bernd Löser, Sebastian Baier, Heiko Hertrich, Wolfgang Clas und Patrick Wölfel mit Andreas Baier im Vereinsdoppelsitzer machten sich auf, um schnelle Ligaflüge zu absolvieren.


Inzwischen hatte auch Müller eine gute Energielinie gefunden, die ihm lange Gleitflüge ohne großen Höhenverlust ermöglichten. Alsbald folgten diesen Linien auch Sebastian Baier und Hertrich. Alle drei schafften Flüge über 100 km/h. Clas blieb mit 91,7 km/h nur leicht zurück. Wölfel und Löser mussten mehrfach schwache Aufwinde annehmen. Dadurch verloren sie sofort viel Durchschnittsgeschwindigkeit. Leider hatte Hertrich während des Fluges mehrfach mit kompletten Stromausfällen zu kämpfen. Nachträglich stellte heraus, dass damit sein schneller Flug nicht für die Liga verwertbar ist. Zum Glück muss Bayreuth dadurch nur einen einzigen Punkt als Verlust verkraften.


Sebastian Baier war am vergagenen Wochenende mit 106,16 km/h der schnellste Bayreuther Pilot. Hier vor seinem Start.  


Damit ergibt sich eine LSG-Mannschaftsleistung von 301,8 km/h aus den Flügen von Sebastian Baier (106,2), Müller (103,9) und Clas (91,7). Dies reicht für einen sechsten Rundenplatz und weiteren 15 Punkten auf das Tabellenkonto. Die Rundensieger kommen alle aus dem Norden Deutschlands, wo keine Gewitter und Regenschauer die Flüge einschränkte. Der Fliegerklub Brandenburg erreicht mit 345,9 km/h Platz eins, gefolgt von Fliegerclub Charlottenburg-Berlin (341,0) und dem Luftsportverein Burgdorf. Die Tabelle führt weiterhin Bayreuth mit 142 Punkten an, Aalen verdrängt mit 131 Zählern Rinteln (126) von Rang zwei. Damit ist das aus dem letzten Jahr bekannte Duell zwischen Oberschwaben und Oberfranken wieder hergestellt.

Auch international kann Bayreuth mit Rundenplatz 14 und weiteren 27 Punkten nun mit 249 Punkten die Titelverteidigung weiterhin verteidigen. Allerdings kommt Moriarty Soaring aus New Mexico, USA (225) durch Rundenplatz vier immer näher und steht nun auf Rang zwei. Die LSG hat zwar satte 24 Punkte Vorsprung, aber für die Amerikaner beginnt nun die beste Zeit des Jahres.