Rundenbericht 08/2018

LSG übernimmt Weltliga-Führung

Ferdinand Hauck

Die Segelflieger der Luftsportgemeinschaft (LSG) haben nach dem vergangenen Wochenende die Führung der World League übernommen. In der Ersten Bundesliga liegt durch die andere Bepunktung allerdings weiterhin der LSR Aalen knapp vor Bayreuth.

Die gewittrige Wetterlage am Wochenende machte es den Bundesligapiloten der Luftsportgemeinschaft nicht leicht. Am ersten Tag der achten Runde startete gar nur Heiko Hertrich zu einem Flug zwischen den Schauern und Gewittern. Doch schon am frühen Nachmittag bevorzugte er eine sichere Landung wieder in Bayreuth. Mit diesem einen Flug konnte Bayreuth nur einen hintern Rundenplatz im Zwischenergebnis belegen. Der zweite Tag musste also mindestens weitere zwei Flüge für eine volle Mannschaftsleistung beisteuern. Die Wetteraussichten waren aber schlecht. Wieder sollten Gewitter die Thermikentwicklung ausbremsen. „Kaum nutzbare Streckenflugbedingungen“, so prognostizierte der Deutsche Wetterdienst die komplizierte Lage. Davon ließen sich die Bundesligakämpfer aber diesmal nicht abbringen. Andreas Baier und Friedhelm Lotte testeten schon am Vormittag die Fränkische Schweiz bis in den Steigerwald und die Haßberge hinein. Feuchte schwüle Luft mit niedriger Wolkenhöhe machte das Vorwärtskommen gegen den Westwind schwierig. Doch als sich beide zur Umkehr entschlossen, wurden die Bedingungen im Raum um Bayreuth und nach Osten plötzlich wesentlich besser. Auch der inzwischen gestartete Heiko Hertrich meldete über Funk gute Steigwerte.


Heiko Hertrich (links) und Andreas Baier diskutieren vor dem Start die Wetterlage


Im losen Dreierteam ging es nun bei ansteigender Wolkenbasis und guten Aufwinden schnell bis nach Marktredwitz und wieder zurück bis kurz vor Bamberg. Da nun dort die ersten Regenschauer die Piloten schon wieder zur Rückkehr zwangen, blieb nur ein langer letzter Flugschenkel in die Oberpfalz, um die notwendigen 2,5 Stunden Wertungszeit komplett auszunutzen.

Aber auch dort hatten Baier, Lotte und Hertrich Glück mit dem Wetter. Obwohl sich schon rechts und links der Flugstrecke weitere Schauer und Gewitter entwickelten, erwies sich die eingeschlagene Richtung als ideal. Lange Gleitstrecken mit Rückenwind, gefolgt von starken Aufwinden erhöhten die Durchschnittsgeschwindigkeit enorm. Baier konnte die Wertungszeit optimal bei Waidhaus an der tschechischen Grenze beenden und sich Zeit für eine sichere Rückkehr nach Bayreuth lassen. 103,3 km/h sind seine Ausbeute. Hertrich war etwas später gestartet und musste die Zeit noch mit einem möglichst schnellen Flug gegen den Wind zurück nach Hause füllen. Der vorausfliegende Baier half beim Auffinden von tragenden Linien und der stärksten Aufwinde. Auch Hertrich gelang dadurch eine Wertung von knapp über 100 km/h. Lotte musste sich mit 93,7 km/h begnügen, weil er schon am Anfang des Fluges zu weit nach Westen ins schlechtere Wetter geflogen war und auch auf dem letzten Teil in der Oberpfalz nicht immer gleich die guten Aufwinde finden konnte.

Ähnlich erging es weiteren Bayreuther Piloten. So musste Jörg Bachsteffel, der mit dem Flügschüler Fabian Eichmeier im Leistungsdoppelsitzer des Vereins unterwegs war, sogar den Hilfsmotor anlassen, um eine Außenlandung bei Kemnath zu vermeiden. Riikka Hertrich konnte bei ihrem ersten Flug auf einem neuen Flugzeugtyp wenigstens eine gültige Wertung erreichen.

Das Mannschaftsergebnis für die Liga von 297,3 km/h als Summe der Flüge von Andreas Baier, Heiko Hertrich und Friedhelm Lotte reicht für einen siebten Rundenplatz und weitere 14 Punkte für die Tabellenplatzierung. Dadurch kann Bayreuth mit nun 115 Punkten dem seit der zweiten Runden führenden Luftsportring Aalen (117 Punkte) dicht auf den Fersen bleiben.

Immer noch hervorragend hält sich der Aufsteiger Aero Club Lichtenfels. Schon am ersten Tag der Runde gelang ihnen überraschender Weise eine Mannschaftsleistung von 329 km/h, was den Rundenplatz und Tabellenplatz drei mit 111 Punkten einbringt. Rekordmeister LSV Burgdorf meldet sich mit 335,8 km/h auf Rundenplatz eins zurück, knapp gefolgt vom Flugverein Celle.

Da sich in der Rundenwertung der World-League weitere Mannschaften aus allen deutschen Ligen, wie auch internationale Vereine, zwischen dem bisherigen Tabellenführer Aalen und Bayreuth schoben, kann Bayreuth die internationale Tabellenführung übernehmen. Ein 14. Rundenplatz wird der LSG mit 27 Punkten belohnt und summiert sich auf nun 216 Tabellenpunkte. Aalen wurde weltweit nur 21., obwohl die Schwaben in der 1. Bundesliga nur zwei Rundenplätze hinter Bayreuth lagen. In der Weltliga-Tabelle stehen die Aalener nun auf Platz zwei mit 212 Punkten vor Lichtenfels (182) und der SFG Steinwald aus Erbendorf (172). Mit Bamberg und Schwandorf auf den Tabellenplätzen 8 und 9 kommen weiterhin 5 der weltweiten Top 10 aus Nordostbayern.

Rundensieger wurden ausnahmslos US-Mannschaften, die sehr schnelle Flüge über den Rocky Mountains ablieferten. Sieger wurde Black Forest Soaring aus Colorado mit 435 km/h vor Moriarty Soaring aus New Mexico (394,5) und der Soaring Society of Boulder, Colorado (390,1).