Rundenbericht 13/2018

LSG Bayreuth übernimmt Tabellenspitze

Ferdinand Hauck

Die Luftsportgemeinschaft hat es geschafft! Nach Runde 13 stehen die Bayreuther Segelflieger an der Spitze der Bundesliga und der World-League.

Teamchef Andreas Baier konnte 10 Piloten ins Rennen schicken. Das war auch gut so, weil einige technische Ausfälle zu verkraften waren. Das Wetter zeigte sich nicht eindeutig, entsprechend unsicher waren auch die Vorhersagen zu interpretieren. Klar war, dass es gegen Abend jeweils Schauer oder sogar Gewitter in Nordbayern geben sollte. Tatsächlich mussten die Flieger so manchen Umweg in Kauf nehmen, um den unvermeidlichen Abwinden im Regen zu entgehen. Wer zur falschen Zeit an sonst guten Thermikquellen ankam, hatte oft das Nachsehen und verlor wertvolle Zeit. Gegenseitige Vorwarnung durch Funkhilfe erwies sich als gutes Rezept.

Dadurch konnten die nachfolgenden Piloten rechtzeitig die Routenführung etwas verlagern und die Schauer vermeiden. Die beste Strecke erwischte dabei Andreas Baier am Samstag. Er jagte seinen Hochleistungssegler JS1 über lange Strecken kreislos entlang des Thüringer Waldes, des Fichtelgebirges und des Bayerischen Waldes zwischen Bad Salzungen und dem Großen Arber. Nur selten musste er in starken Aufwinden anhalten und Höhe tanken. 120,9 km/h verzeichnete der Teamkapitän als Bundesligaleistung.

Drittschnellster Bayreuther war mit 111,4 km/h Wolfgang Clas. Auch er nutzte die tragenden Linien entlang der Kette Thüringer Wald - Fichtelgebirge - Oberpfälzer Wald, blieb aber etwas nördlicher als Baier.


Wolfgang Clas, vor sechs Wochen noch als Sportleiter des Bayreuth-Wettbewerb Organisator, nun auch wieder sportlich erfolgreich

Heiko Hertrich fand erst am Sonntag gute Aufwindlinien, oft unter aufkeimenden Regenwolken. Der Slalom um die entstehenden Gewitter am Thüringer Wald und südlich davon brachte ihm 114,0 km/h ein.

Alle anderen Bayreuther erzielten ebenfalls gute Schnittgeschwindigkeiten um die 100 km/h. Johannes Baier hielt seinen Segler am Samstag 8 Stunden in der Luft und konnte so 804 Kilometer an Streckenleistung verbuchen.

Mit 346,3 km/h Mannschaftsleistung kann sich Bayreuth den fünften Rundenplatz und 16 Punkte sichern. Da der bisherige Tabellenführer und amtierende Deutsche Meister Luftsportring Aalen trotz großer Anstrengung nur auf Platz 20 kommt und somit nur einen Trostpunkt einstreicht, kann Bayreuth die Tabellenspitze übernehmen. Mit 183 Punkten liegt die LSG nun 5 Punkte vor Aalen. Zuvor waren es 10 Punkte dahinter. Auch auf den Drittplatzierten aus Schwäbisch Gmünd (170 Punkte) können die Bayreuther zwei weitere Punkte gut machen.

Die Bayreuther Nachbarn und Aufsteiger vom Aero Club Lichtenfels können mit hervorragenden 386,8 km/h ihren zweiten Rundensieg der Saison einfliegen. Die dafür kassierten 20 Punkte bringen Lichtenfels mit nun 153 Punkten auf einen sicheren vierten Tabellenplatz. Stark war vor allem Jan Kretzschmar, der auf einer ähnlichen Route wie die Bayreuther unterwegs war und phänomenale 138,64 km/h erflogen hat. Der recht kurze Zeitversatz durch den anderen Abflugort hat Kretzschmar noch bessere Bedingungen auf seiner Strecke verschafft.

Auch von der Weltligaspitze konnte die LSG mit dieser Leistung die Aalener wieder verdrängen. Bayreuth (339 Punkte) führt dort nun mit 17 Punkten Vorsprung. Durch einen zweiten Rundenplatz hinter Lichtenfels gelangt Moriarty Soaring aus New Mexico (297) auf Tabellenplatz 3 mit starker Tendenz nach oben. Herausragend war hier vor allem der Deutsche Ingo Andresen, der über der Wüste Nevadas (Startflugplatz Ely) 146,54 km/h für Moriarty beisteuern konnte.

Der Vorsprung der Bayreuther reicht für mindestens eine Runde, aber die besten Bedingungen im Westen der USA kommen noch. Sechs weitere Runden bis Ende August müsste Bayreuth die beiden Tabellenführungen nun verteidigen.