Modellflug

 

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Modellflieger der LSG Bayreuth e.V. lockte die spektakuläre Flugschau der Flugmodelle am 20. und 21.07.2013 über 4 000 Zuschauer auf den Bindlacher Berg

Dank der guten Vorarbeit des Teams um Peter Hopf, dem Vorsitzenden der Modellfluggruppe, werden die Zuschauer hinter dem Absperrseil nicht lange auf die Folter gespannt.

An der Eröffnung der 2-tägigen Veranstaltung wurde von  Frau Brigitte Merk-Erbe, der Oberbürgermeisterin der Stadt und Schirmherrin der Veranstaltung, dem  Präsidenten des Bayer. Luftsport Verbandes Uli Braune und Landrat Hermann Hübner nochmal auf die Wichtigkeit der ehrenamtlichen Tätigkeit im Modellsporthingewiesen. Stellvertretend für die Gemeinde Bindlach nahm Klaus-Dieter Jaunich als Vertretung für den Bürgermeister ebenso an der Veranstaltung teil

Für die sichere und reibungslose Durchführung der Veranstaltung sorgten 50 ehrenamtliche Helfer der Modellfluggruppe die gerne Ihre Freizeit opferten um einer Vielzahl von Besuchern das Hobby und die Faszination des Modellfliegens nahe zu bringen.

Um es vorweg zu nehmen. Das Teilnehmerfeld der aktiven Piloten hatte Rang und Namen.

Piloten aus Deutschland, Österreich, Holland und Italien sind extra angereist, um mit spektakulären Flügen der LSG Bayreuth zu gratulieren und mit Ihnen zu feiern.

Der Samstag wurde traditionell mit einer Nachtflugshow und einem Feuerwerk beendet. Am Sonntag erfolgte dann eine Flugshow von 10 bis 17:00 Uhr.

Zum Start rollte eine Piper Cherokee unseres Clubmitglieds Christian Hartl  zur geteerten Startbahn. Der Nachbau des berühmten Originals hat ein Banner im Schlepp: „Herzlich willkommen“ heißt es in dunkler Schrift auf dem Banner, das später punktgenau über der Startbahn ebenfalls ferngesteuert ausgeklinkt wurde.

Beim Modellfliegen besteht seit geraumer Zeit der Trend zu Elektroantrieben, bedingt durch die neuen Technologien wie LiPo-Akkus, das ist die neueste Generation von Akkus und Brushless-Motoren, also Motoren mit einem sehr hohen Wirkungsgrad. Jedoch haben auch die Verbrenner-Motoren noch Ihre Daseinsberechtigung, die mit Nitromethanol betrieben werden, schon aufgrund des Sounds.

Es waren Jet-Formationen, Turbinenhelikopter, Hotliner, Motorsegler und andere Kuriositäten am Start.

Markus Koch und sein Team waren mit Hotlinern am Start. Frisch von der DM gekommen peilen sie nun den Weltrekord an. Sein Team und Rolf Dovern zeigten mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 460 Km/h was mit modernen Antrieben und Werkstoffen aus der Raumfahrt, wie Kevlar und CFK machbar ist. Die Steigleistung beträgt hier bis zu 80m pro Sekunde.

Jets und Doppeldecker wurden, unterstützt durch Rauchpatronen, gekonnt im Formationsflug durch Robert und Sebastian Fuchs in Szene gesetzt.

Markus Rummer bot ebenso mit seiner Extra 330sc eine Kuriosität. Statt mit einem Propeller erfolgt hier der Antrieb mit Rotorblättern und der Motor ist schwenkbar mit einer sog. Vector-Steuerung versehen.

Er kann somit sein Flugzeug kopfüber fast rückwärts fliegen und erreicht somit eine Wendigkeit bei Flugfiguren die Ihresgleichen suchen. Auch Bernhard Kager bot mit seiner Yak54 atemberaubende Manöver wie ein Rollen des Modells ohne Höhe zu verlieren. Ebenso präsentierte er eine GeeBee R2

Die von der Konstruktion her eigentlich wie ein sten vom Himmel fällt und nur durch extreme Motorisierung geflogen werden kann. Optisch jedoch gesehen ist es eine Augenweide.

Elegante Motorsegler, Turbinenhelikopter sowie eine Vielzahl von Scale-Modellen zeigten bei Ihren Vorführungen und beim Aussehen fast keinen Unterschied zu den Originalen. Das hier viel Detailarbeit und viel Zeit  benötigt wird, versteht sich von selbst. Dafür entschädigt alleine schon die Optik dieser wunderschönen Modelle.

Auch ist die Konstruktion geräuscharmer Antriebsvarianten eine wichtige Zukunftsaufgabe im Sinne des Umweltschutzes. Das beginnt mit dem Einbau von Resonanzschalldämpfern und endet bei Propellern mit hoher Steigung, aber geringer Drehzahl. Noch leiser werden die Verbrennungsmotormodelle, wenn die Motoren auf Schwinggummi gesetzt und somit vom Rumpf akustisch entkoppelt werden.

Beifall gab es auch für ein weiteres Kunststück, den Start einer Bellanca, die im Schlepptau einen Segler von 6 m Spannweite hat. Der „F-Schlepp“ gilt als schwieriges Flugmanöver, weil die beiden Piloten ihre Maschinen getrennt steuern und jede Flugbewegung, wie Kurven oder Steigflug synchron abstimmen müssen.

Höhepunkt des modellfliegerischen Könnens ist das sog. Torquen, ein Flugmanöver des 3D-Kunstfluges, das Manfred und Christian Beer aus Schwarzenbach/S und Georg Hopf aus dem Nürnberger Land in Perfektion demonstrierten. Dabei wird das Flugzeug in der Senkrechten nur wenige Zentimeter über dem Boden durch seinen eigenen Antrieb im Stillstand gehalten, ohne dass es steigt, sinkt oder dreht. Alle Ruderfunktionen müssen dazu gleichzeitig betätigt werden. Getoppt wurde das ganze durch die Showpiloten Robert und Sebastian Fuchs. 1 Maschine torquet in 100 m Höhe und die 2. Maschine fliegt Loopings um die 1. Maschine. Das ist ein Novum in der Szene.

Auch Multikopter waren am Start und haben wunderbare Luftaufnahmen der Veranstaltung geschossen.

Die Technik ist hier soweit das z.B. ein Wackeln des Modells durch eine Kameraaufhängung elektronisch ausgesteuert wird, so dass die Kamera immer in der anvisierten Position Bilder macht oder Filme aufnimmt. Sollte man mal nicht Herr der Lage sein, gibt es einen Fail-Safe-Schalter und der Copter landet durch eingebaute GPS-Empfänger wieder „bei Fuß“.

Dass Modellfliegen nicht nur ein Erwachsenen-Hobby ist, zeigt ein 11-jähriger Nachwuchspilot, der sein Modell genauso sicher wie ein Erwachsener durch die Lüfte steuerte und landete. Oder auch das Ehepaar Lippert aus Waldershof, das regelmäßig das Schaufliegen besucht. Der Ehemann trägt seine Ehefrau sozusagen durch die Lüfte, indem mit seiner Schleppmaschine ihren Segler nach oben zieht.

Neben den Erwachsenen kamen auch die Kleinen auf ihre Kosten. Eine Dampfeisenbahn zum Mitfahren, die von Helmut Roß, der auch Modellflieger ist, entwickelt und gebaut wurde, fand regen Zuspruch.

Sponsoren und Modellbaufirmen spendeten für großzügig Preise für die Tombola, deren Erlös wird wieder einem wohltätigen Zweck zugeführt. Auch die regionalen Medien und ortsansässigen Firmen habe uns sehr unterstützt um dieses Mammutprogramm ausführen zu können.

Übrigens kann jeder bei den Modellfliegern auch mal Schnupperfliegen mit einem sog. Lehrer-/Schüler-System. Wir stehen hier gerne für Einsteiger zur Verfügung

Die Modellflugtage am Bindlacher Berg waren somit ein Highlight in der Vereinsgeschichte, ein voller Erfolg und ein Genuss für die Zuschauer.

 

Die Modellfluggruppe der LSG Bayreuth mit etwa 100 Mitgliedern (Stand Januar 2013) betreibt auf ihrem Gelände auf der Westseite des Bindlacher Berges Modellflug in allen erdenklichen Varianten vom gemütlichen Flug mit Segel-Modellen über das Fliegen von Großmodellen mit 3 Meter Spannweite bis hin zum Wettkampfsport mit F3A-Modellen nach gültigem FAI-Programm. Selbstverständlich werden bei uns auch Modell-Hubschrauber geflogen, vom kleinen Koaxial- bis hin zum Wettbewerbs-3D-Helikopter.
Natürlich kommt auch die Schulung bei uns nicht zu kurz, dank ausgereifter Techniken wie dem Lehrer-Schüler-System können auch Neulinge bei uns einen sicheren und vor allem absturzfreien Einstieg in die große Welt des ferngesteuerten Modellfluges erlernen und 'erfliegen'.

Auch bei Fragen rund um die Technik, sei es nun die Beratung zum Kauf eines geeigneten Modells und des Zubehörs sowie auch die korrekte Einstellung eines Flugmodelles oder rechtliche Fragen rund um das Thema Modellflug, die Mitglieder der Modellfluggruppe stehen immer Rede und Antwort.
Flugbetrieb ist generell das ganze Jahr über, wobei in den Wintermonaten meist am Wochenende geflogen wird, wenn die meterologischen Bedingungen dies zulassen. In den Sommermonaten wird auf während der Woche meist abends geflogen, zudem jedes Wochenende von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang.
Interessierte und Zuschauer sind herzlich eingeladen, uns zu besuchen. Kommen Sie doch einfach mal vorbei!

Sowohl für Mitglieder als auch für Besucher gilt:
Beim Einfahren in das Flugplatzgelände bitte mit mäßiger Geschwindigkeit direkt bis zum Parkplatz am Clubheim fahren!

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